Ouahbi Benabdallah

Ouahbi BenabdallahTunesier, Jahrgang 1960

Aufgewachsen ist Ouahbi Benabdallah in Chenini / Gabes, Tunesien, in ländlicher Umgebung getragen von einer Familie, deren Respekt vor dem Alter von grossem Wert war. So haben ihn die Märchenerzählungen seiner in der Kindheit geprägt und phantasievolle Bilder in ihm erweckt, die er schon früh in Zeichnungen umzusetzen begann.

Seine bildhafte Phantasie wurde durch die Grossmutter schon sehr früh mit der in seinem Volke tiefverwurzelten Tradition des Märchenerzählens geweckt und später durch Berührungen mit der abstrakten Ornamentik orientalischer Kunst bereichert und schlägt sich bis heute in seinen Darstellungen der orientalischen Altstadt nieder – des maurisch geprägten Maghreb.

Die Studienzeit an der Kunstakademie Tunis (Abschlussexamen Lehrbefähigung) und Bildungsreisen nach Paris führten ihn in eine neue, interessante Welt, so dass sein Weg 1990 schliesslich nach Deutschland führte und 1994 nach Mannheim führte, wo er noch heute lebt.

Beeindruckt durch die selbständige Kraft der Farbe im Zusammenhang mit dem Gegenstand setzt sich Ouahbi Benabdallah nun schon seit 1989 unausweichlich mit dem Thema Türen / Tore / Öffnungen auseinander. Unter der sichtbaren Hülle dieser Gegenstände, die als leblose Materie angesehen werden können, ist gleichzeitig eine Seele zu vermuten - die Dingmagie wird sichtbar: Objekte werden zu Wesen, die erfüllt sind von innerem geheimen Leben. Sie sind mystifiziert und entwickeln sich zu einem magischen Gegenüber.

Seine Arbeiten bezeugen ein intensives Eingebundensein in die kulturelle Entwicklung seines Heimatlandes Tunesien. Werke von Ouahbi Benabdallah finden sich in guten, privaten Sammlungen.